Großer Besuch im Auetal: Auf Einladung der SPD-Landratskandidatin Andrea Stüdemann informierte sich der Niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies über die Arbeit und Perspektiven des Regionalen Versorgungszentrums (RVZ) im Auetal. Empfangen wurde er dabei unter anderem von dem Schaumburger Landtagsabgeordneten Jan-Philipp Beck, der heimischen Bundestagsabgeordneten Marja-Liisa Völlers, Vertreterinnen und Vertretern des RVZs sowie kommunalpolitischen Mandatsträgerinnen und Mandatsträgern.

Das RVZ ist Teil des Modellprojekts „Alles unter einem Dach: Regionale Versorgungszentren in den ländlichen Räumen“ und steht beispielhaft für innovative Lösungen gegen den zunehmenden Ärztemangel im ländlichen Raum.

Ärztemangel als zentrale Zukunftsfrage

Die medizinische Versorgung im Landkreis Schaumburg steht vor großen Herausforderungen. Bereits heute sind mehrere Arztsitze unbesetzt – sowohl im hausärztlichen als auch im fachärztlichen Bereich. Gleichzeitig steigt das Durchschnittsalter der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte kontinuierlich. In den kommenden Jahren wird sich dieser Trend weiter verschärfen, während die Bevölkerung – insbesondere der Anteil älterer Menschen – deutlich zunimmt.

„Der Ärztemangel ist nicht nur ein Gesundheitsproblem. Er ist ein Standortproblem, ein Familienproblem und letztlich ein Zukunftsproblem für den ländlichen Raum“, machte Andrea Stüdemann in ihrem Eingangsstatement deutlich.

RVZ Auetal als Vorbild

Mit dem Regionalen Versorgungszentrum im Auetal haben das Land Niedersachsen, die Gemeinde Auetal und der Landkreis Schaumburg gezeigt, dass entschlossenes gemeinsames Handeln Wirkung zeigt. Ziel ist es, die hausärztliche Versorgung dauerhaft zu sichern und zugleich weitere Angebote der Daseinsvorsorge zentral und gut erreichbar zu bündeln.

Ministerpräsident Olaf Lies zeigte sich beeindruckt vom Engagement vor Ort:
„Das Auetal zeigt, wie moderne, vernetzte Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum funktionieren kann. Solche Projekte sind echte Zukunftsmodelle für Niedersachsen.“

Auch der Landtagsabgeordnete Jan-Philipp Beck unterstrich die Bedeutung des Projekts: „Die Sicherung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum ist eine der zentralen Aufgaben unserer Zeit. Das Regionale Versorgungszentrum im Auetal ist ein starkes Beispiel dafür, was möglich ist, wenn Land, Kommune und Landkreis an einem Strang ziehen.“

Konkrete Vorschläge für eine starke Versorgung

Andrea Stüdemann machte deutlich, dass sie den eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen möchte. Dazu gehören:

  • die Stärkung bestehender, gut funktionierender Strukturen,
  • neue Förderprogramme und Anreize zur Gewinnung von Landärztinnen und Landärzten,
  • ein dauerhafter Landesfonds für Praxisübernahmen, Investitionszuschüsse, digitale Ausstattung und Gründungsberatung,
  • ein gesichertes Übergangsgehalt für junge Ärztinnen und Ärzte in strukturschwachen Regionen,
  • sowie der Abbau bürokratischer Hürden.

Darüber hinaus schlägt sie ein kreiseigenes Stipendienprogramm für angehende Landärztinnen und Landärzte vor. Mit monatlichen Zuschüssen von 400 bis 500 Euro für mehrere Studierende über bis zu fünf Jahre soll frühzeitig eine Bindung an das Schaumburger Land geschaffen werden. Im Gegenzug verpflichten sich die Geförderten, nach ihrer Weiterbildung mehrere Jahre im Landkreis tätig zu sein.

Ein weiteres Projekt ist der „PraxisAnker Schaumburg“ – ein umfassendes Begleit- und Mentorenprogramm für Praxisgründerinnen und -gründer, das neben finanzieller Unterstützung auch Beratung, Vernetzung sowie Hilfe bei Wohnungs-, Kita- und Jobsuche für Partnerinnen und Partner umfasst.

Klare Haltung für den Landkreis

Andrea Stüdemann betonte abschließend: „Ich möchte, dass Familien sich hier niederlassen, weil sie wissen: Die ärztliche Versorgung stimmt. Ich möchte, dass Seniorinnen und Senioren sich sicher fühlen, weil medizinische Hilfe erreichbar ist. Und ich möchte, dass junge Medizinerinnen und Mediziner sagen: Schaumburg ist eine Region, die mich will, die mich unterstützt und die mir Zukunft bietet.“

Der Besuch des Ministerpräsidenten setzte ein deutliches Signal: Die medizinische Versorgung im ländlichen Raum ist eine zentrale Zukunftsaufgabe – und das Schaumburger Land geht dabei mit gutem Beispiel voran.